Der Lebens Integrations Prozess

Wilfried Nelleswilfried-nelles-1

Der Lebens-Integrations-Prozess

Der Lebens-Integrations-Prozess (LIP) ist eine neue Form der therapeutischen Arbeit mit Aufstellungen. Neu sind dabei zwei Dinge: Erstens geht es, anders als bei Familien- oder Systemaufstellungen, nicht um Beziehungen zu anderen Menschen oder den Platz und die Rolle in einer Gruppe (einem System), sondern einzig und allein um den einzelnen Menschen und dessen innere Haltung zu sich selbst, zu seiner Geschichte aus der Perspektive des Hier und Jetzt. Zweitens werden den Stellvertretern in einer LIP-Aufstellung feste Plätze zugewiesen, die sie nicht verlassen dürfen. Diese Plätze ergeben sich aus meiner Theorie der Entwicklung des menschlichen Bewusstseins und den darin beschriebenen (sieben) Lebens- und Bewusstseinsstufen.

Die Stellvertreter stehen dabei für das Kind im Mutterleib (Stufe 1), das Kind (2) und den Jugendlichen (3). Der Klient selbst steht auf dem Platz des Erwachsenen (4). Dies ist die äußere Form.

Entscheidend ist jedoch die psychologische Sicht, aus der heraus diese Form angewendet wird. Diese Sicht ist ebenfalls neu und anders als fast alle psychotherapeutischen Ansätze. Der LIP beruht erstens auf der Einsicht, dass unser Leben mit allem, was sich darin ereignet hat, völlig alternativlos ist und dass in diesem Sinne alles „richtig“ ist, wie es ist und wie es war. Er folgt der Erkenntnis, dass die Vergangenheit – außer in unseren Köpfen – nicht existiert. Wir konstruieren sie nur. Es gibt sie einfach nicht! Die Vergangenheit ist das, was vergangen ist, und wenn es vergangen ist, existiert es nicht mehr. Alles, was existiert, ist jetzt. Im LIP ist das keine Theorie, sondern die konsequente Leitlinie der praktischen Arbeit und kann somit unmittelbar, in Bezug zum eigenen Leben, gesehen und erfahren werden. Der gesamte Fokus liegt im Jetzt, im Sehen und Nehmen dessen, was ist. Wir schauen zwar auf frühere Lebensstufen (die Zeit im Mutterleib, die Kindheit und die Jugend), aber nur in der Weise, dass wir das, was sich zeigt, er-innern, es ohne jede Veränderung zu uns nehmen. Die Ursache für unsere Probleme wird nicht in den Ereignissen selbst gesehen, sondern einzig und allein darin, wie wir jetzt dazu stehen.

Deshalb arbeite ich nur mit dem Jetzt.

Das Ungeborene, das Kind und der / die Jugendliche und ihre Geschichte werden gelassen, wie sie waren  – ohne Bedauern, ohne Vorwurf, ohne Reue, ohne Scham. In diesem Gelassen-Werden werden sie gelassen, das heißt sie entspannen sich vollkommen. Damit entspannt sich auch die Spannung im erwachsenen Klienten und er kommt in Einklang mit sich, wie er heute ist und mit allem, was dorthin geführt hat. Dies setzt eine ungeheure Kraft frei, die, wenn sie sich auszubreiten beginnt, in eine tiefe Freude und Gelassenheit führt. Zugleich kommt er in Kontakt mit dem, was in ihm als (geistiger) Same angelegt ist: seinem ganz eigenen, ursprünglichen Potential, und der Weg wird frei, dass sich dieses Potential voll entfalten kann.

Jenseits der spezifischen Aufstellungsform beruht inzwischen meine gesamte therapeutische Arbeit (also auch in „normalen“ Aufstellungen oder Beratungen) auf diesem Ansatz.

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2014, 350 Seiten, Broschur, € 17,95
ISBN: 9783942502306

 

 

 

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2012, 160 Seiten, Gebunden, € 16,50
ISBN:978-3942502160